Presseerklärung der BBGW e.V. zur Ausstellungseröffnung am 30.11.2006
Presseerklärung
Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Prenzlauer, Ecke Fröbelstraße. Hospital der Reichshauptstadt, Haftort der Geheimdienste, Bezirksamt Prenzlauer Berg, 1889 – 1989“ am 30.11.2006 kritisierte die derzeitige Staatssekretärin für Wirtschaft und damalige Stadträtin für Kultur, Wirtschaft und Stadtentwicklung, Frau Nehring-Venus (PDS), die Darstellung der Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED sowie die sowjetische Besatzungspolitik. Den Autoren der Ausstellung wurde unter anderem eine fehlende Kontextualisierung der historischen Fakten unterstellt. Die gezielt vorbereitete Rede von Frau Nehring-Venus führte umgehend zu Protesten u.a. von Opfern der SED-Diktatur, zu einem breiten Medienecho sowie zu Statements der politischen Parteien.
Die Geschichtswerkstatt stellt dazu fest:
- Die unsachliche und provokative Rede von Frau Nehring-Venus kam nicht überraschend. Sie war die konsequente
Fortsetzung eines anhaltenden Versuchs der Stadträtin, auf die Forschungsergebnisse der Geschichtswerkstatt
Einfluß zu nehmen und die Eröffnung der Ausstellung hinauszuzögern. Dabei wurden sowohl formale als
auch inhaltliche Argumente genutzt, um die Autoren unter beständigen Druck zu setzen; die Schriftwechsel zu
dieser Auseinandersetzung belegen dies eindrücklich. Nach dem diese Zensurversuche abgewiesen werden konnten,
kündigte Frau Nehring-Venus schon einige Wochen vor der Eröffnung der Ausstellung ein Statement zur
„unkooperativen Haltung“ der Geschichtswerkstatt an.
- Die inhaltliche Kritik von Frau Nehring-Venus entbehrt jeder sachlichen Grundlage und negiert die Texte der
Ausstellung ebenso wie des gleichnamigen Begleitbandes. Sie kann nur als Versuch einer parteipolitisch intendierten
Deutung interpretiert werden.
- In der Nacht zum 09.12.2006 wurde das Transparent zur Bewerbung der Ausstellung, angebracht am Zaun des
Bezirksamtes Prenzlauer Allee, zerstört. Politische Motive dafür können nicht ausgeschlossen werden.
Bereits im September 2004 wurden zwei Transparente der Berlin-Brandenburgischen Geschichtswerkstatt e.V., die auf
die Nutzung des Geländes durch die sowjetischen Geheimdienste und das MfS hinwiesen, gewaltsam entfernt.
- Die BVV des Bezirks Pankow wurde auf Ihrer Sitzung am 13.12.2006 gebeten, die Verwaltung aufzufordern, eine Strafanzeige gegen Unbekannt zu stellen sowie für eine umgehende Wiederherstellung der Außenwerbung zu sorgen.
[Download als PDF-Dokument: presseerklaerung_20061214.pdf]
Zum Betrachten von PDF-Dateien benötigen Sie den kostenlosen Acrobat Reader. Sie können ihn
auf der Seite des Herstellers kostenfrei herunterladen.
[Download: Adobe Reader]


