Städtebauliche Entwicklung 1861 – 1990
Vogelperspektive auf das Hospital und Siechenhaus, Ende des 19. Jahrhunderts, Lithographie.
Quelle: Museumsverbund Pankow
Die Prenzlauer Allee war eine frühe mittelalterliche Handelsstraße und führte über den Marktort Berlin-Cölln in Richtung Prenzlau. Bis 1841 lag sie vor den Toren der Stadt, erst danach gehörte der heutige Bezirk Prenzlauer Berg zum Berliner „Weichbild“. Das sogenannte Hufenland vor dem Prenzlauer Tor war überwiegend im Besitz der größten Berliner Grundbesitzerfamilie Bötzow. Die Nutzung bis zum Ende des 19. Jahrhunderts durch die „Mühlen auf dem Prenzlauer Berg“ führte zum Bezirksnamen. Den ersten rechtlich relevanten Bebauungsplan für Berlin, der noch heute das Stadtbild bestimmt, entwarf ab 1861 James Hobrecht. Das heutige Bezirksamts-Gelände lag in der Abt. XII.
Auf die Inbetriebnahme der Ringbahn 1867 folgten ab 1872 die Errichtung des größten Berliner Gaswerks, sowie ab 1886 das „Hospital und Siechenhaus“ – seit 1934 Bezirksamt - und das Obdachlosenasyl „Palme“ – seit 1941 Krankenhaus Prenzlauer Berg. Angesichts der bodenwertmindernden Nutzungen sowie des Börsenkrachs 1873 verzögerte sich die Bebauung in diesem Quartier und entwickelte sich erst nach 1910. Die Wohnhäuser an der Prenzlauer Allee zielten auf eine gehobene Mieterschicht. Es waren neben hoch qualifizierten Arbeitern vor allem Beamte und Kleinunternehmer, die vor 1945 als Mieter nachgewiesen sind.


Vogelperspektive auf die
Prenzlauer Allee, vom Berliner Verlag aus gesehen, Mitte der 1970er Jahre.