Geplantes Wohnen – Das Wohnungsamt in Prenzlauer Berg 1945 – 1990

Neubau, Sanierung und Verfall –
Die Lösung der Wohnungsfrage in der Ära Honecker 1971 – 1989

Am 3. Mai 1971 löste Erich Honecker (1912–1994) Walter Ulbricht (1893–1973) als Generalsekretär der SED ab. Noch im gleichen Jahr verkündete er ein neues Wirtschaftsprogramm: Die „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“. Ein Schwerpunkt darin war, die Wohnungsfrage bis zum Jahr 1990 in der DDR sozial zu lösen. Infolgedessen entstanden in der DDR umfangreiche Neubaugebiete, in denen der Industrienormbau im grossen Stil zur Anwendung kam.

Der Prenzlauer Berg verfügte über die größte Altbausubstanz Berlins. Schäden an den Häusern waren von den Wohnungsverwaltungen jahrzehntelang vernachlässigt worden, sodass die Folgen gravierende Ausmaße annahmen. Einzelne Gebäudeteile mussten deswegen gesperrt und auch abgerissen werden. Erst in den 1980er Jahren setzte man verstärkt auf Rekonstruktion und Modernisierung. Bauarbeiter aus der gesamten DDR begannen mit der Sanierung der Altbauten und Jugendliche besserten die Dächer und Schornsteine aus. Dennoch war der Verfall nicht aufzuhalten und die Zahl der bewohnbaren Wohnungen sank weiter.

Das Haus 5b, 1984. Das Haus 5b, 1984.
Hier war jahrzehntelang das Wohnungsamt Prenzlauer Berg untergebracht.
Quelle : Berlinische Galerie

Auch in der Ära Honecker konnte das Wohnungsamt nicht alle Wohnungswünsche erfüllen. Die Mitarbeiter kannten die meisten Wohnungssuchenden bereits von den öffentlichen Sprechstunden,
die jeweils nur Dienstags abgehalten wurden. Jährlich erstellte das Amt Vergabepläne und informierte die Wohnungssuchenden sowohl über den Stand der Bearbeitung, als auch über die Aufnahme in die Liste der im nächsten Jahr zu versorgenden Bewerber.

« zurück | nach oben | weiter »

Eine Handwerkerbrigade der Kommunalen Wohnungsverwaltung auf einem Dach am Wasserturm. Eine Handwerker­brigade der Kommunalen Wohnungs­verwaltung auf einem Dach
am Wasserturm.
Quelle : Landesarchiv Berlin

Ab der zweiten Hälfte der 1970er Jahre versuchte der Magistrat mit einem umfangreichen Programm zur Sanierung der Dächer und Schorn­steine die Altbau­substanz in Ost-Berlin zu erhalten.

Neubau im Thälmannpark, 1984. Neubau im Thälmannpark, 1984.
Quelle : Berlinische Galerie

 

Aktuell | Projekte | Wir über uns | Kontakt | Impressum —  © 2004–2009 BBGW e.V.