Geplantes Wohnen – Das Wohnungsamt
in Prenzlauer Berg 1945 – 1990

Sozialistische Wohnungsverwaltung in der Ära Ulbricht 1953 – 1971

Seit 1947 war das Wohnungsamt in Haus 5b, Fröbelstraße 17 (damals noch Nordmarkstraße), untergebracht. Im Januar 1953 wurde in Ost-Berlin die Struktur der Verwaltung verändert. Aus dem Bezirksamt wurde der Rat des Stadtbezirks. Im gleichen Jahr wurde die Wohnungsvergabe neu organisiert und insgesamt 95 Wohnungs­wirkungs­bereiche gebildet.

In diesen Wirkungsbereichen, die territorial den Stimmbezirken bei der Kommunalwahl entsprachen, wurden zwischen 1953 und 1955 Kommissionen aus Angehörigen der Nationalen Front etabliert. Die Wohnungssuchenden mussten nun ihre Anträge bei den jeweiligen Kommissionen stellen. Diese entschieden darüber, ob der Antrag berechtigt war und gaben ihn anschließend an das Wohnungsamt weiter.

Obwohl die Zahl der Bewohner in Prenzlauer Berg gegenüber der Vorkriegszeit immer weiter zurückgegangen war, mussten die Wohnungssuchenden im Stadtbezirk mehrere Jahre auf eine Wohnung warten. Ständig wurden andere Personen bevorzugt, die entweder bei staatlichen Institutionen arbeiteten oder aber erfolgreich eine „Eingabe“ eingereicht hatten.

Im Jahr 1955 waren von den insgesamt 43 Mitarbeitern des Amts für Wohnungswesen 25 „Wirkungs­bereich­sachbearbeiter“. Jeder Sachbearbeiter war für durchschnittlich vier Wirkungsbereiche verantwortlich. Die durchgestrichenen Namen dokumentieren den schnellen Mitarbeiterwechsel.

Zu Beginn jeder Arbeitsbesprechung stand Mitte der 1950er Jahre ein politisches Thema. Anschließend wurden konkrete Aufgaben der Abteilung besprochen. Bis zum Bau der Mauer am 13. August 1961 verließen viele Bewohner des Prenzlauer Bergs die DDR. Um zu verhindern, dass Freunde, Verwandte oder Untermieter die Wohnungen besetzten und für sich beanspruchten, gehörte die zügige Weiter­vermietung der frei gewordenen Wohnungen zu den dringenden Aufgaben.

 

 

 

 

 

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Ein öffentliches Büro des Wirkungsbereichskomitees Schwedter Straße Ecke Eberswalder Straße am 28. August 1961. Ein öffentliches Büro des Wirkungs­bereichs­komitees Schwedter Straße Ecke Eberswalder Straße am 28. August 1961. Hier trafen sich auch die für Wohnungs­fragen zuständigen Angehörigen des „Wirkungs­bereichs­wohnungs­komitees“.
Quelle : Landesarchiv Berlin

Auszug aus dem Stellenplan des Amts für Wohnungswesen, 30. August 1955. Auszug aus dem Stellenplan des Amts für Wohnungswesen, 30. August 1955.
Quelle : Landesarchiv Berlin 

 

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