Geplantes Wohnen – Das Wohnungsamt
in Prenzlauer Berg 1945 – 1990

Von der Not zum Programm 1945 – 1952

Zerstörtes Wohnhaus in der Wichertstraße 49, März 1945. Zerstörtes Wohnhaus in der Wichertstraße 49, März 1945.
Quelle : Gisela Gebauer

Das Wohnungsamt im Bezirksamt Prenzlauer Berg verfügte von 1943 bis 1990 über den gesamten Wohnraum im Bezirk. Sowohl die Nationalsozialisten als auch der Alliierte Kontrollrat und die Volkskammer der DDR erließen Gesetze und Verordnungen, die jeweils den freien Wohnungsmarkt aufhoben. Stattdessen wurde der Wohnraum zwangsverwaltet. Wohnungssuchende mussten sich an das Wohnungsamt wenden und ihren Bedarf nachweisen. Erkannte das Wohnungsamt den Anspruch an, so konnten sie auf eine Zuweisung hoffen. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg mussten zuerst die Ansprüche der sowjetischen Besatzungsmacht an Büro- und Wohnräumen befriedigt und die Verfolgten der nationalsozialistischen Diktatur und ihre Familien mit Wohnungen versorgt werden. Zudem verlangten über 100.000 Ausgebombte und Rückkehrer ebenfalls Wohnraum. Da Wohnungen fehlten, wurden Einzelpersonen und kleinen Familien Leerzimmer in unterbelegten Wohnungen zugewiesen. Obwohl 1948 in Prenzlauer Berg 60.000 Menschen weniger lebten als vor dem Krieg, gab es über 27.000 Wohnungssuchende. Während in Westdeutschland und später auch in West-Berlin die Zwangsverwaltung des Wohnraums aufgehoben wurde, blieb sie in der DDR bis 1990 bestehen. Die SED-Führung lehnte den freien Wohnungsmarkt aus politisch-ideologischen Gründen ab.

 

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Organigramm des Bau- und Wohnungsamts im Bezirksamt Prenzlauer Berg, ca. 1950. Organigramm des Bau- und Wohnungsamts im Bezirksamt Prenzlauer Berg, ca. 1950.
Quelle : Landesarchiv Berlin

1949 waren von den etwa 226 Mitarbeitern des Wohnungsamts bereits 79 Mitglied der SED, nur etwa 20 Mitarbeiter gehörten anderen Parteien an. Die Mehr­zahl der Beschäftig­ten im Wohnungs­amt waren Frauen und für die Wohnungs­vermittlung zuständig. In den Anfangs­jahren kamen an einem Sprechtag bis zu 1.500 Wohnungs­suchende.

 

 

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