Das „Friedrich-Wilhelm-Hospital Fröbelstraße“ /
„Hufeland-Hospital“ in Prenzlauer Berg 1889 – 1934
Armut und Obdachlosigkeit, die Schattenseiten der aufstrebenden Metropole Berlin
Blick von der Prenzlauer Allee auf ein Hospitalgebäude und das Verwaltungsgebäude,
im Hintergrund das Städtische Obdach, 1917.
Quelle : Museumsverbund Pankow
In Berlin wuchs die Bevölkerung zwischen 1850 und 1900 von etwa 400.000 auf knapp zwei Millionen Menschen an. Die sozialen Probleme nahmen zu und mussten gelöst werden. Dazu zählten neben infrastrukturellen Maßnahmen im Bereich der Be- und Entwässerung, der Energieversorgung und des Nahverkehrs auch der Aufbau eines leistungsfähigen Sozialwesens. Da die aufblühende Industriestadt Berlin jahrzehntelang gerade die „unteren Schichten“ und besitzlosen Landarbeiter angezogen hatte („Landflucht“), war der Anteil derjenigen, die krank oder hilfsbedürftig waren, besonders groß.
Die Stadtverordnetenversammlung Berlins entschied 1885 über den Bau eines Hospitals und Siechenhauses, das auf einem 3,8 Hektar großen Grundstück in Prenzlauer Berg errichtet wurde. Es war nicht die erste städtische Einrichtung dieser Art, jedoch die bislang größte. Das städtische Armenwesen gewährte das dringend Notwendige: Obdach, Lebensunterhalt, Pflege bei Krankheit und ein Armenbegräbnis. Diese staatlichen Maßnahmen wurden durch die Fürsorge der freien Wohlfahrt, konfessionelle Einrichtungen und Einrichtungen einzelner Berufs- und Standesgruppen ergänzt.

